Roland Berens in der Kulturschmiede Er hat den Blues

Greven -

Virtuos, professionell, einfühlsam: Roland Berens begeisterte mit eigenen und gecoverten Liedern in der Kulturschmiede.

Von Arndt Zinkant
Ein Mann, eine Gitarre: Roland Berens benötigte nicht viel, um die Zuschauer am Freitagabend zu begeistern.
Ein Mann, eine Gitarre: Roland Berens benötigte nicht viel, um die Zuschauer am Freitagabend zu begeistern. Foto: Arndt Zinkant

Roland Berens hat den Blues. Und er präsentiert ihn auf seine eigene, unverkennbare Weise – auf Deutsch. Seinen speziellen musikalischen Mix, der Rock, Folk und Jazz aufgreift, präsentierte Berens am Freitag in der Kulturschmiede. Die Atmosphäre war intim, und der kleine Raum voll besetzt. Berens’ Lieder, die er mit vielen Erläuterungen vorstellte, stießen auf Begeisterung. Man merkte dem hageren, 66-jährigen Bluesman an, dass er stets „on the road“ ist und schon über 2000 Konzerte auf dem Buckel hat.

In Greven sei er bereits gewesen, erinnert sich Berens. Und Münster ? Auch da gibt es einen Bezug: Zur 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens sang er 1998 im Dom seinen Song „Wirf fort Dein Schwert“. Den spielt er auch an diesem Abend in Greven und erzählt, wie vertrackt es sei, mit Bluesharp (Mundharmonika) und Gitarre die Ober­- und Unterstimme zu spielen, wie es die Gitarristen der 70er-Jahre-Band „Wishbone Ash“ einst zelebrierte. Von ihr hat Berens hier die Musik übernommen. Überhaupt seien seine Anfänge in den Siebzigern Cover-Versionen von Bob Dylan und anderen Großen gewesen.

Dylan covert er auch in dem Song „Es ist alles vorbei, Baby Blue“. Insgesamt aber gibt es fast nur Berens pur. Das kann die bluesige Liebesballade „All das bist Du für mich“ sein. Es kann auch ein Song über sein Lieblingsthema „Zeit“ sein – die er versinnbildlicht, indem er immer schneller und gehetzter spielt und singt oder den Takt wechselt. Und es ist diese Virtuosität, mit der seine Instrumente spielt, was an Berens Kunst besonders fasziniert. Das Zusammenspiel von „Harp“ und der zwölfsaitigen Gitarre ist fetzig und oft sehr kunstvoll. Die urige Schwere der alten Blues-Legenden ist Berens’ Kunst jedoch fern. Sein inhaltlicher Anspruch zielt eher auf die Poesie der deutschen Liedermacher-Szene.

Apropos Anspruch: Der promovierte Hispanist arbeitet auch als Literatur-Übersetzer. Einmal sei der „Lohn“ für eine zweijährige Arbeit der Handschlag der argentinischen Präsidentin Kirchner gewesen, erzählt er grinsend.

Am Ende gibt es den schier entfesselten Song „Ströme unserer Zeit“. Berens schrammelt wie in Trance, tauscht die Coolness des Blues mit dem Rausch des Rhythmus’. „Meine Gitarre und der Blues seh’n die Dinge so wie ich!“ Es gibt zwei Zugaben, dann geht es für Roland Berens wieder on the road. „Danke – es lebe der Blues!“

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