Senioren-Wohnungen Neuer Wohnraum nahe der Ortsmitte

Reckenfeld -

Der Reckenfelder Bezirksausschuss hat grünes Licht gegeben für neue Senioren-Wohnungen an der Goethestraße – trotz Bedenken mancher Anwohner.

Von Oliver Hengst
Auf einem inzwischen freigeräumten Grundstück an der Goethestraße soll ein Gebäudeensemble entstehen, das Platz für zehn seniorengerechte Wohnungen bietet. 
Auf einem inzwischen freigeräumten Grundstück an der Goethestraße soll ein Gebäudeensemble entstehen, das Platz für zehn seniorengerechte Wohnungen bietet. 

Der Bezirksausschuss Reckenfeld hat den Weg frei gemacht für einen Bebauungsplan, der an der Goethestraße eine Senioren-WG möglich macht. Dort soll auf einem inzwischen freien Grundstück (Hausnummer 4) ein Neubau-Ensemble entstehen, der Platz für zehn seniorengerechte Wohneinheiten (45 bis 150 Quadratmeter groß) bieten wird. Der Entwurf stammt von Architekt Frank Sabrowski , der für eine Bauherrengemeinschaft rund um Willy Otto tätig wurde.

Dass mit der kommenden Bebauung eine weitere Verrohrung von Gräben und damit „ein gewisser Verlust von ökologischer Wertigkeit“ einhergehe, sei „völlig logisch“, sagte Stadtplaner Christian Jakob. „Da kollidiert halt Siedlungstätigkeit mit Natur.“ Es gelte Entscheidungen zu treffen, welche Schwerpunkte man setzen wolle. Er riet, die Bautätigkeit an dieser Stelle nicht überzubewerten. Ein besonderes Brückenbauwerk einzufordern, welches Licht in den zu überbrückenden Graben durchlässt, hält er für nicht angemessen – ungeachtet des Einwandes von Ernst Reiling (Reckenfeld direkt), der „mehr Kreativität“ einforderte, um mehr Gräben zu erhalten.

Die Möglichkeit der Einsichtnahme in die Pläne nutze das Umweltamt des Kreises für den Hinwies, dass früher (unter anderem) im Block A Munition hergestellt und gelagert wurde und hier später eine Teeröl-Destillationsanlage und eine Dachpappenfabrik (bis 1924) betrieben wurde. Kampfmittel- und Altlasten seien daher nicht ausgeschlossen und müssten – falls beim Bau Kontaminationen gefunden würden – fachgerecht entsorgt werden.

Ein Anwohner wies (vergeblich) darauf hin, dass die Größe des Bauwerkes dem Gartenstadt-Charakter widerspreche, das Bauwerk somit „völlig fehl am Platze“ sei. Man müsse das „schützenswerte, harmonische Straßenbild der Goethestraße“ bewahren. Dass der Gestaltungsbeirat das Projekt abgesegnet habe, sei ihm „völlig unverständlich“. Vielmehr müsse man bei der Stadtplanung eine „behutsame Verdichtung“ in den Blöcken favorisieren, eine Bebauung wie vorgesehen dagegen „unbedingt vermieden“ werden.

Die Stadtverwaltung argumentierte, dass das Ausmaß der baulichen Nutzung an dieser Stelle „ortsbildverträglich und im Übrigen auch vor dem Hintergrund des ressourcenschonenden Umgangs mit dem Schutzgut Boden sinnvoll und sogar erforderlich“ sei.

Eine Argumentation, der sich die Politik anschloss. Sollte der Planungsausschuss ebenfalls zustimmen, könnten schon in Bälde die Baumaschinen anrollen.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4352578?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F