Buchmesse Von Frankfurt nach Greven

Greven -

Die Buchmesse in Frankfurt beginnt erst Ende Oktober. Bei den Fachleuten vor Ort haben wir uns schon einmal nach den aktuellen Trends erkundigt.

Von Vera Brüssow
Starwars-Filme sind im Trend:  Doch Sigrid Högemann möchte vor allem das Vorlesen für Kinder wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Starwars-Filme sind im Trend:  Doch Sigrid Högemann möchte vor allem das Vorlesen für Kinder wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Foto: Vera Brüssow

In Deutschland erscheinen jährlich rund 80 000 Bücher. Längst nicht alle schaffen es in den Verkauf der Buchhandlung Cramer & Löw oder in die Auswahl der Stadtbibliothek. Hier die richtige Mischung zu finden, ist nicht einfach. Wenn Ende Oktober die Frankfurter Buchmesse stattfindet, werden weitere Neuerscheinungen erwartet. Doch welche aktuellen Buchtrends lassen sich in Greven feststellen? Zwei Expertinnen klären auf.

„Die meisten Vormerkungen gibt es derzeit für den neuen Harry Potter“, berichtet Sigrid Högemann , Leiterin der Stadtbibliothek. Das bestätigt auch Nadine Renner , Mitarbeiterin bei Cramer & Löw: „Das englischsprachige Harry Potter-Buch ist bereits jetzt auf Platz 1 der Bestseller-Liste in Deutschland. Das gab es noch nie.“ Die wöchentlich ermittelte Bestseller-Liste enthält auch die weitergeleiteten Verkaufszahlen aus Grevens Buchhandlung. Sie ist ein großes Indiz dafür, was die Menschen lesen wollen.

All diese Bestseller finden sich auch im Angebot der Stadtbibliothek wieder. Doch nicht nur Harry Potter wurde besonders oft vorgemerkt, wie Högemann weiß: Auch „Meine geniale Freundin- Band 1 der Neapolitanischen Saga“ von Elena Ferrante habe die Kritiker begeistert und das merke man nun in der Bücherei.

Bei der Frankfurter Buchmesse werden die Niederlande als Gastland vertreten sein, weshalb vor allem niederländische Autoren im Fokus stehen werden. Nach Greven sind diese bereits vorgedrungen. „Die Eismacher“ von Ernest van der Kwarst gilt als Märchen für Erwachsene und wird von den Kunden sehr gerne gelesen, wie Nadine Renner weiß.

Sigrid Högemann fügt weitere große Namen hinzu: Leon de Winter oder Maarten t´Haart. Ein weiterer Trend sind Buchreihen wie beispielsweise „Calendar Girl“, „After“ oder die „Clifton“-Saga. Renner bestätigt, dass sich diese Reihen auf Grund der einfachen Sprache gut lesen lassen. „Diese Bücher sind wie eine Telenovela. Man kann einfach nicht aufhören, weil man wissen will, wie es weitergeht.“ Im Fachbereich nennt sich dieses Genre „New Adult“, wie Högemann informiert. Während bei Frauen Bücher aus diesem Genre oder auch gerne Krimis gelesen werden, lesen Männer eher Thriller oder actionorientierte Science-Fiction Bücher.

Doch nicht nur Romane sind insgesamt beliebt. Auch Koch- Sach- oder Ratgeberbücher werden nach wie vor stark frequentiert.

Insgesamt hat sich das Leseverhalten aber sehr verändert, wie Högemann bestätigt. „Es wird immer weniger vorgelesen. Vorlesebücher werden nicht mehr so häufig ausgeliehen wie früher.“ Durch Kooperationen mit Schulen versucht die Stadtbibliothek dieser Entwicklung gegenzusteuern, denn gerade das Vorlesen habe sehr viele positive Effekte auf die Entwicklung des Wortschatzes, der Ausdrucksfähigkeit oder Fantasie, fasst Högemann zusammen.

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