Jürgen Hübschen hat ein neues Buch veröffentlicht Opa sein – für ihn „fettes Glück“

Greven -

Den Termin zur Vorstellung seines neuen Buches musste Autor Hübschen erstmal verschieben – aus triftigem Grund: Enkelkind Nummer acht – auf dem Buchrücken noch im „Bald“-Status verharrend – hatte es eiliger als gedacht. Der Familien-Besuch in Frankfurt ging vor . . .

Von Oliver Hengst
Vom „fetten Glück“ des Opas schreibt Jürgen Hübschen in seiner Enkel-Hommage.
Vom „fetten Glück“ des Opas schreibt Jürgen Hübschen in seiner Enkel-Hommage. Foto: oh

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Das wird vermutlich (fast) jeder unterschreiben können, der Nachwuchs in die Welt gesetzt hat. Doch wie ist es eine Generation weiter? Wie leicht (oder schwer) ist es, Opa zu werden und dann zu sein? Dieser durchaus komplexen Frage ist Jürgen Hübschen nachgegangen. Das Ergebnis liegt nun in Buchform vor. Der Titel: „Opa werden, das ist schwer, Opa sein, dann gar nicht mehr.“ Also alles ganz anders als bei Vätern?

Hübschen, früherer Oberst und seit einigen Jahren als regional viel beachteter Autor unterwegs, reflektiert die verschiedenen Aspekte des Themas aus einem fröhlich-ernsten Blickwinkel. „Das Buch ist im Grunde zweigeteilt, es gibt auch durchaus ernstere Aspekte“, sagt Hübschen. Denn: Opa zu werden, ist schwerer als gedacht. Zunächst muss man dafür Vater werden – dieses Glück ist schon mal nicht jedem Mann vergönnt. Dass dann die eigenen Kinder später selbst Kinder zeugen, ist auch keineswegs selbstverständlich. Und wenn doch: Nicht jeder erlebt diesen Zeitpunkt.

Hübschen streift auch gesellschaftliche Veränderungen. Die heutige Generation befasst sich immer später mit der Familienplanung und lebt zudem bisweilen so weit weg, dass ein Familientreffen schon ein gutes Terminmanagement erfordert. Bei allem Wandel: „Die Welt ist heute nicht schlechter als vor 50 Jahren“, ist Hübschen überzeugt. „Die Probleme ändern sich nur. Und Kinder müssen sich damit auseinandersetzen. Wir sind alle nicht im Paradies geboren – und das wird auch nie so kommen.“

Hat man alle Klippen auf dem Weg zum Großeltern-Dasein umschifft, dann kommt irgendwann der Tag, an dem einem die eigenen Kinder mitteilen: „Wir bekommen ein Kind.“ Hübschen hat übrigens festgestellt, dass nicht nur die mütterliche Schonfrist sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt beträgt – für werdende Großmütter gilt das offenbar genauso. Urlaube werden konsequent gestrichen. „Sie – also die werdende Mutter – könnte mich ja brauchen“, hat sich Hübschen zur Begründung sagen lassen.

Trotz aller Erschwernisse, die der Grevener süffisant schildert: Als sich im Hause Hübschen das erste Enkelkind einstellte, war das Glück natürlich groß – und die Besuche bei den frisch gebackenen Eltern zeigten ein vertrautes Bild: Mutter und Kind wohlauf, Vater völlig von der Rolle. „Da kommen Erinnerungen an früher zurück“, sagt Hübschen schmunzelnd, der sodann erzählt, wie es ihm damals selbst erging, als seine Frau mit frisch geborener Tochter im Krankenhaus weilte und er mit den drei Jungs im Schlepptau dort auftauchte: „Die Jungs haben ja noch die selben Sachen an wie gestern“, bemerkte seine Frau mahnend. Und um das Debakel perfekt zu machen, gestand einer der Söhne: „Und gegegessen haben wir auch noch nichts.“

Mit nun acht Enkelkindern kann Hübschen bestätigen, was ihm einst ein Freund sagte: Das Leben geht weiter ohne eigenes Zutun. Ein Kreis schließt sich. „Und genauso ist es“, betont Hübschen. Das erleben zu dürfen, empfinde er als riesiges Glück. Die vielen schönen Momente mit seinen Enkelkindern tun ihr Übriges. „Das ist fettes Glück, aber so richtig“, sagt er voller Überzeugung. Ein Wochenend-Trip mit Sohn und Enkel, ein Fußballmatch mit dem Filius (und dem zunehmend ächzenden Opa), das Spielen des Enkels im Planschbecken beobachten – „fettes Glück. Und natürlich freut man sich über das erste Enkelkind besonders. Über das fünfte oder achte aber nicht weniger, nur eben anders.“

Hübschens hat auch Tipps parat, die zum Großeltern-Status verhelfen sollen. „Wenn ein Opa in Lauerstellung sich nicht selbst seine Erfolgschancen versauen will, sollte er bestimmte Themen nicht ansprechen.“ Übelkeit während der Schwangerschaft, Kind und Beruf, Pubertät, Liebeskummer – alles tabu.

► Jürgen Hübschen: „Opa werden, das ist schwer, Opa sein, dann gar nicht mehr“, Agenda, 12 Euro.

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