Interview mit Stadtkaiser  Manfred Wulff Triple kam eher zufällig

 Manfred Wulff beurteilt seine Schießkünste als „durchwachsen“. Trotzdem hat er jetzt drei Mal hintereinander einen Titel geholt: Er ist Schützenkönig bei Eintracht Reckenfeld, Stadtkaiser von Greven und Ortskaiser von Reckenfeld. Rosemarie Bechtel sprach mit der Tripple-Majestät.

König und Doppelkaiser: Manfred Wulff ist gleich dreifacher Würdenträger, ein Novum in der Grevener Schützen-Geschichte
König und Doppelkaiser: Manfred Wulff ist gleich dreifacher Würdenträger, ein Novum in der Grevener Schützen-Geschichte Foto: Rosemarie Bechtel

Waren die Titel geplant oder war es eher Zufall, dass Sie die Vögel abgeschossen haben?

Manfred Wulff : Nun ja, den Schützenkönigstitel bei meinem Verein, den hatte ich schon geplant. Zumal ich im Vorjahr Stutenkönig (kleiner Vogel) wurde.

Und wie sah es beim Stadtkaiserschießen aus? Hatten Sie den Plan, Kaiser zu werden?

Wulff: Eigentlich habe ich da erst einmal „just for fun“ mitgemacht. Aber im Laufe der Veranstaltung dachte ich dann an meinen inzwischen verstorbenen Vater, der mit Leib und Seele zum Verein stand und selbst Schützenkönig war. Und dann dachte ich mir: Wenn der Vogel fällt, dann fällt er für Papa.

Sie wurden Stadtkaiser, und bereits eine Woche später stand das Ortskaiserschießen in Reckenfeld an. War da ein ähnlicher Gedanke im Kopf?

Wulff: Nein, eigentlich nicht. Ich wurde dort ja als erster Schütze ausgelost, und dann ging es immer der Reihe nach. Am Ende war schon etwas Ehrgeiz dabei. Zumal Vereinskollege Siggi Redmer gleiches, wenn auch nicht in einem Jahr in Folge, vorgelegt hat.

Wie haben Familie, Freunde und Vereinskollegen reagiert?

Wulff: Zu 98 Prozent gab es Unterstützung. Das war schon so, als ich Stadtkaiser wurde und dann noch einmal hier in Reckenfeld. Hier wie in Greven haben alle Mitbewerber gejubelt. Es ist ein toller Zusammenhalt unter den Schützen.

Hat es eine Rolle gespielt, dass Sie die Ortskaiserwürde in diesem historischen Jahr – Stichwort 100 Jahre Geschichte Reckenfeld – erlangt haben?

Wulff: Nicht wirklich. Aber im Endeffekt bin ich natürlich stolz und freue mich, dass es jetzt passiert ist. Drei Titel in einem Jahr, ich glaube, das passiert einem nur einmal im Leben.

Darf man fragen, was so ein Titelreigen kostet?

Wulff: Oh, da bin ich überfragt. Ich denke, es hält sich in Grenzen, die obligatorische Runde gehört natürlich dazu, wenn man gerade den Titel erlangt hat.

Welche Verpflichtungen sind mit den Titeln verbunden?

Wulff: Als Stadtkaiser sollte man schon alle anderen 17 Vereine im Laufe der dreijährigen Regentenzeit besuchen. Und natürlich ist man am Karnevalssonntag auf dem Schützenwagen mit dabei. Darauf freut sich meine Lebensgefährtin Claudia als Rheinländerin besonders. Hier kommt halt das Wurfmaterial finanziell auf mich zu.

Seit wann gehören Sie dem Schützenverein Eintracht Reckenfeld an?

Wulff: Ich bin vor 22 Jahren eingetreten. Allerdings war ich vorher schon mal für einige Zeit im Verein und war da auch in der Ehrengarde. Mir hat es als Kind immer Spaß gemacht, wenn wir mit dem Vater zum Schützenfest gingen. Doch dann kam die Phase mit anderen Interessen, und ich habe erst einmal andere Dinge gemacht.

Was reizt Sie an einem Schützenverein?

Wulff: Ich mag einfach die Traditionen, die damit verbunden sind.

Drei Titel geholt, da sind Sie doch sicherlich in einer Schießgruppe aktiv?

Wulff: Nein, überhaupt nicht. Ich mache lediglich bei den einmal im Jahr stattfindenden Vereinsmeisterschaften mit. Da ist es mit der Treffsicherheit bei mir aber eher durchwachsen.

Welchen Titel könnten Sie jetzt noch erlangen?

Wulff: 2018 wäre da noch das Vereinskaiserschießen. Das wäre ja was, wenn ich den Titel auch noch holen würde.

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