Eine Bilanz und neue Perspektiven für Grevens Krankenhaus „Neurologie wäre schön“

Greven -

Auf dem richtigen Weg, sieht der Franziskus-Vorstand sein jüngstes Krankenhaus. Knapp ein Jahr nach Übernahme zieht Dr. Klaus Goedereis in Grevens Rat Bilanz.

Von Ulrich Reske
Dr. Klaus Goedereis zieht eine zufriedene Bilanz für das Maria-Josef-Hospital nach dem Zusammenschluss mit der Franziskus-Stiftung.
Dr. Klaus Goedereis zieht eine zufriedene Bilanz für das Maria-Josef-Hospital nach dem Zusammenschluss mit der Franziskus-Stiftung. Foto: pbr

Vor einem Jahr bangten Grevens Hospital-Mitarbeiter noch um den Arbeitsplatz. Würde die Zukunft als Regelkrankenhaus gesichert bleiben? Könnte man unters Franziskus-Dach schlüpfen? Alles wurde gut: Zum 1. November übernahm die Franziskus-Stiftung die Regie. In dieser Woche gab der Vorstandsvorsitzende Dr. Klaus Goedereis vor dem Rat eines Sachstandsberichts. Das Wichtigste vorweg. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Den beschreitet die Stiftung mit erheblichen Investitionen. Allein für Aus-und Umbau der geriatrischen Abteilung im vierten Obergeschoss nehmen die Franziskaner 5,35 Millionen Euro in die Hand.

Doch das ist nicht alles. Weitere Bauvorhaben rund ums Krankenhaus bezifferte der Vorstand mit rund 6,3 Million Euro. Schon im ersten Jahr hat die Franziskus-Stiftung knapp eine Millionen Euro in das Grevener Haus gesteckt. Einen „Investitionsstau“ gab es durch die lange Zeit der Unsicherheit, der noch längst nicht behoben ist. Allerdings machten die Franziskus-Vertreter vor dem Rat auch deutlich, dass die Krankenhaus-Finanzierung, so wie vom Land eingestielt, auf Dauer nicht funktioniere. Als Baupauschale sind per Anno lediglich 250 000 Euro ausgewiesen.

Mit den erheblichen Bauinvestitionen geht aber auch ein medizinischer Entwicklungsschub einher. Das „Regelkrankenhaus“ Greven erfährt eine deutliche Aufwertung in den Hauptfachbereichen Innere Medizin und Chirurgie. In letzterer Disziplin sind dies die Visceralchirurgie (rund um den Bauch), Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, in der Inneren Medizin die Onkologie, Gastroenterologie und Kardiologie. Das medizinische Konzept sieht eine gestufte Versorgung mit dem Franziskus-Hospital in Münster vor. Das lässt sich auch an Personen festmachen. So wird der Arbeitsplatz des neuen kardiologischen Oberarztes sowohl in Münster als auch in Greven sein.

Keine Hoffnung darf sich Greven auf die Wiedergeburt der Geburtshilfe machen. Wirtschaftlich sei dort nur mit über 1000 Geburten zu operieren, beschied Goedereis eine Frage aus dem Rat. Anders fiel die Antwort beim Thema Neurologie aus. „Es wäre schön, wenn wir eine Neurologie hätten,“ ließ der Franziskus-Chef Raum für Träume.

Dass die Kooperation des Maria-Josef-Hospitals mit der Franziskus-Stiftung richtungsweisend war, zeigen die ersten statistischen Fallzahlen: Die fielen von 2014 auf 2015 auf den Tiefstpunkt von 4693 Fällen und stiegen in diesem Jahr um rund zehn Prozent auf 5143. In der Tendenz, und das stimmt Goedereis optimistisch, „behandelt das Krankenhaus vor allem schwerere Fälle.“

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