Grevener wegen Widerstands gegen Polizeibeamte verurteilt Nicht einsichtig

Greven/Tecklenburg -

„Es hat doch keinen Zweck, sich so zu verhalten, seien Sie beim nächsten Mal kooperativer“, gab der Richter dem Angeklagten noch mit auf den Weg, nachdem dieser zähneknirschend seinen Einspruch gegen den Strafbefehl zurückgezogen hatte. Den Strafbefehl über 30 Tagessätze zu je 20 Euro hatte der Grevener erhalten, weil er im April auf dem Rastplatz Habichtswald an der A1 Widerstand gegen Polizeibeamte geleistet hatte, die den 43-Jährigen im Rahmen einer Verkehrskontrolle überprüfen wollten.

Von Dietlind Ellerich

Der Mann habe sich der Identitätsfeststellung verweigert und sich mit aller Kraft gegen insgesamt vier Beamte gewehrt, bis diese Pfefferspray einsetzten, um der Lage Herr zu werden. So lautete die Anklage, die zwei Beamte am Mittwoch vor dem Amtsgericht Tecklenburg bestätigten.

Aufgefallen war der Mann der Besatzung eines Streifenwagens, weil er in Fahrtrichtung Dortmund trotz düsteren Wetters ohne Licht fuhr und außerdem nicht angeschnallt war. Als es den Beamten gelang, das Fahrzeug auf dem Parkplatz anzuhalten, verweigerte sich der Fahrer vollständig. Da er nicht aussteigen wollte, versuchte ein Beamter die Tür zu öffnen, zunächst vergeblich. Trotz mehrfacher Belehrung wollte der 43-Jährige weder den Motor ausmachen noch seine Papiere zeigen.

Obwohl die Polizeibeamten ihn darauf hinwiesen, dass sie die Sache im Guten regeln wollten, da es sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit handele, wussten sie sich nicht anders zu helfen und forderten einen zweiten Streifenwagen an. Zu viert und nach dem Einsatz von Pfefferspray bekamen sie den Mann schließlich aus seinem Fahrzeug.

Der Angeklagte quittierte die Zeugenaussagen mal verständnislos grinsend, mal stirnrunzelnd. Für den Frührentner stellte sich die Lage völlig anders dar. Er behauptete, die Beamten hätten sich nicht ausgewiesen und an sein Eigentum gewollt. Er selber habe die Sache passiv über sich ergehen lassen.

„Nehmen Sie den Einspruch zurück, sonst wird es teurer“, riet der Richter dem Mann. Dessen Verteidiger hatte an eine Einstellung des Verfahrens gedacht. Zwar sei der Vorfall überflüssig gewesen, räumte er ein, aber sein Mandant sei diskussionsfreudig und habe schließlich sein Fett abbekommen. Das sah das Gericht anders.

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4336740?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686824%2F