Lkw-Durchfahrverbot Alle sind brav

Greven -

Stichproben der Redaktion, Einschätzungen aus dem Rathaus, Kontrollen der Polizei – nimmt man dies zusammen, wird deutlich: Lastwagen- und Treckerfahrer halten sich weitgehend an das Durchfahrtsverbot auf König- und Rathausstraße.

Von Peter Beckmann
Der will doch nicht etwa? Nein, dieser Trecker mit Anhänger fährt zu einem Maisacker in Nachbarschaft des Baugebietes Wöste und nicht quer durch die Stadt zu einem anderen Acker.
Der will doch nicht etwa? Nein, dieser Trecker mit Anhänger fährt zu einem Maisacker in Nachbarschaft des Baugebietes Wöste und nicht quer durch die Stadt zu einem anderen Acker. Foto: Peter Beckmann

Es ist langweilig, sehr langweilig. Dabei steht ja eigentlich schon vorher fest, was dabei heraus kommt. Eine halbe Stunde wird in die Recherche vor Ort investiert – und die macht so gar keinen Spaß. Denn: Es passiert nichts. jedenfalls nicht das, was zu erwarten wäre. Ort der Aktion: Rathausstraße und Königstraße. Dort herrscht seit zwei Monaten ein Durchfahrverbot für Lkw.

Annahme im Vorfeld: Daran hält sich sowieso niemand. Aber: je länger es dauert, um so frustierender wird die ganze Aktion. Vom Standort am Hallenbad hat man die Einfahrt in die Rathausstraße sehr gut im Blick. Aber jeder Lkw, wirklich jeder, der den Kreisel am Hallenbad passiert, fährt an der Stadt vorbei.

Das wird auch oben an der Königstraße nicht besser. Nichts passiert. Und im Rückspiegel kann man sogar die riesigen Trecker sehen, die momentan bei der Maisernte eingesetzt werden, und ihre Ladung an der Biogasanlage an der Schmedehausener Straße abkippen. Die biegen auf dem Weg zu den diversen Äckern ganz brav nach rechts und links in die Bundesstraße ab und sausen im Tiefflug zu ihren Einsatzstellen.

Dann aber doch: Einer der Riesen-Trecker mit Giga-Anhänger fährt in die Königstraße, biegt aber im neuen Kreisel in Richtung Wöste ab. Eine Abkürzung, um das Lkw-Verbot zu umgehen? Nein, der fährt tatsächlich nur zu einem Maisacker am Rande der Siedlung.

Eine Momentaufnahme? Oder ist wirklich alles gut, machen wirklich alle Lkw und Trecker jetzt einen Bogen um die Stadt? Wo doch alle Navis , wenn man zum Beispiel eine Route von Nordwalde nach Ladbergen angibt, den Weg quer durch die Stadt empfehlen?

„Nein“, sagt André Kintrup , Geschäftsbereichsleiter Verkehr und Grün bei den Technischen Betrieben Greven (TBG). „Nein, eine Momentaufnahme ist das wohl nicht. Anlieger haben schon häufiger geäußert, dass es wohl ruhiger geworden ist in Sachen Lkw-Verkehr.“ Konkrete Zählungen gebe es aber nicht. Die Polizei würde im Rahmen ihrer üblichen Streifen-Fahrten auch die Einhaltung des Durchfahrtverbotes überwachen. „Allerdings nicht als Schwerpunktaufgabe.“ Bei den Streifen-Fahrten seien aber keine Verstöße festgestellt worden.

Kintrup selbst glaubt, dass man die Situation auf Rathaus- und Königstraße bald noch besser beurteilen kann, weil eben zurzeit Mais abgefahren werde und man dann sehen werde, ob sich auch der landwirtschaftliche Verkehr an das Durchfahrtverbot halte. Und das – siehe oben – machen die Jungs auf den Treckern anscheinend auch.

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