Haus der Geschichte eingeweiht „Historisches Schmuckstück“

Reckenfeld -

Große Freude über den erfolgreichen Abschluss der Bauarbeiten – aber auch große Betroffenheit angesichts einer traurigen Nachricht dominierten die offizielle Einweihung des Hauses der Geschichte. Reckenfeld muss Abschied nehmen von Arthur Hegel. Am Sonntag gab es eine Schweigeminute für ihn.

Von Rosi Bechtel
„Bauleiter“ Ferdi Mehl (Schuppen-Ferdi) erhält im Beisein von Kiepenkerl Franz-Josef Holthaus von Landrat Dr. Klaus Effing den symbolischen Schlüssel für den grundsanierten Schuppen.
„Bauleiter“ Ferdi Mehl (Schuppen-Ferdi) erhält im Beisein von Kiepenkerl Franz-Josef Holthaus von Landrat Dr. Klaus Effing den symbolischen Schlüssel für den grundsanierten Schuppen. Foto: Rosi Bechtel

„Ich bin zufrieden, wenn alle glücklich sind“, sagte Ferdi Mehl , nach der offiziellen Eröffnung des Hauses der Geschichte (HdG). Er kann mit Recht stolz auf das sein, was er als „Bauleiter“ zusammen mit einem Team in mehr als dreijähriger Bauzeit geschafft hat. Er dankte all seinen Helfern, den Sponsoren, dem Re-Bü-Ve und den Firmen, die Aufträge zu besonderen „Schuppenpreisen“ durchführten.

Landrat Dr. Klaus Effing lobt das Engagement, ging bei der Eröffnung am Sonntagmittag kurz auf die Geschichte und ehemalige Bewohner des Hauses ein. „Das Haus der Geschichte zeigt die wohl einmalige Ge-schichte eines Ortes, wie es sie kein zweites Mal gibt. Das hier ist ein historisches Schmuckstück . Ich wünsche ihnen viele Besucher für das, was sie mit so viel Enthusiasmus auf die Beine gestellt haben.“

Dass ein Teil des Originalmauerwerks und die Decke im Original zu sehen ist, fiel ihm besonders positiv auf.

Überschattet wurde die Eröffnung von einer traurigen Nachricht, die Pfarrer Martin Frohnhöfer überbringen musste. Am Samstag war Arthur Hegel gestorben (siehe nebenstehender Bericht). Der Pfarrer lud die Gäste zu einer Schweigeminute für den verstorbenen Schreinermeister ein. Das „Wandbilderbuch“, für das Arthur Hegel die Buchseitenrahmen gebaut hatte, ist sicherlich eine Besonderheit im HdG – und nun auch eine Art Vermächtnis. Manch einer fand auf den ausgestellten Fotos ein Stück Familiengeschichte wieder.

Gleich nach dem Gottesdienst (unsere Zeitung berichtete) zog der Festzug mit viel Lokalprominenz und Sponsoren von der Erlöserkirche aus zur Lennestraße. Vornweg das Reckenfelder Blasorchester und mittendrin das Ziegengespann vom Vortag. Als der Festzug am Haus ankam, warten dort schon viele Neugierige und ein großer Trupp von fleißigen Helfern mit Essen und Trinken für jeden Geschmack.

Die Wartezeit bis zum Eintreffen des Landrates überbrückte das RBO mit einigen Beiträgen und Kiepenkerl Franz-Josef Holthaus mit launigen Worten „up Platt“. Sein besonderer Dank galt „Schuppen-Ferdi“ und auch an dessen Frau Christel, die „jetzt nicht mehr nur mit einem Foto von ihrem Ferdi auskommen muss“.

„Hier wurde vor 100 Jahren der Grundstein gelegt“ erinnerte Bürgermeister Peter Vennemeyer und dankte für das außerordentliche Engagement. Er wies auch darauf hin, dass die Stadt die Verwirklichung mit 20 000 Euro unterstützt habe.

Eine Besonderheit bietet das HdG: In Zukunft können hier standesamtliche Trauungen stattfinden. Für diejenigen, die es historisch mögen, dürfte das interessant sein. Die umstrittene Reichsflagge war bei der Eröffnung übrigens mit einem Vorhang verhüllt – und das kann auch bei Trauungen so sein. Martin Frohnhöfer brachte ein Gitter aus einem ehemaligen Beichtstuhl mit und erzählte mit launigen Worten, wie er vor 25 Jahren in „den tiefsten Ruhrgebietsort des Münsterlandes“ kam und dass er stolz ist, Reckenfelder zu sein.

Mit einem „Schuppentrunk“ stießen Landrat, Ferdi Mehl und Holthaus auf die Eröffnung an – und dann konnte das Haus mit einem süßen, gebackenen Riesenschlüssel eröffnet werden. Unter den vielen Besuchern war auch Thea Thünemann, seinerzeit eines der ersten in Reckenfeld geborenen Kinder. Bis in die frühen Abendstunden herrschte reges Leben rund ums Haus. Für die vielen ausgestellten Exponate, Fotos und die Filme, die in der Litfaßsäule präsentiert werden, müssten die Besucher eigentlich viel mehr Zeit mitbringen, als sie am Sonntag zur Verfügung stand. Wiederkommen ausdrücklich erwünscht.

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