Suwelack-Ahaus-Projekt an der Saerbecker Straße Nachbarn kontra Investoren

Greven -

Zweiter Anlauf: Architekt Suwelack und Bauträger Ahaus wollen an der Saerbecker Straße und dem Bereich dahinter bauen. „Zu massiv“, wurde der erste Antrag abgelehnt. Aber auch mit dem zweiten Entwurf sind die Nachbarn nicht zufrieden.

Von Ulrich Reske
Am Ende des Stichwegs Steenbergstraße (oben links) sollen diese Reihenhäuser in Form eines Halbrunds (oben rechts) entstehen. Ein Kompromiss nach zunächst noch massiveren Bauplänen, mit denen die Nachbarn immer noch nicht einverstanden sind.
Am Ende des Stichwegs Steenbergstraße (oben links) sollen diese Reihenhäuser in Form eines Halbrunds (oben rechts) entstehen. Ein Kompromiss nach zunächst noch massiveren Bauplänen, mit denen die Nachbarn immer noch nicht einverstanden sind. Foto: res

Drei Wohn- und Geschäftshäuser an der Saerbecker Straße , ein Mehrfamilienhaus im rückwärtigen Bereich und eine Reihenhaus-Siedlung zur Steenbergstraße als Übergang zur eingeschossigen Wohnbebauung – das ist in Kurzform das Bauprojekt auf dem ehemaligen Gelände von Reifen Fauth, das am morgigen Donnerstag zum zweiten Mal die Mitglieder des Planungsausschusses beschäftigt. Und es regt sich Protest. Zum zweiten Mal

Der Planungsausschuss hatte eine erste Version, die Architekt Jörg Suwelack im Auftrag der Ahaus-Bauträgergesellschaft entwickelt hatte, einkassiert. Zu viel, zu hoch, zu massig. Schon damals hatten Anlieger, vor allem aus dem Stichweg Steenbergstraße, dieser „rücksichtslosen Planung“ widersprochen. In der neuen Version ist statt eines rechteckigen Bauriegels mit zwei Geschossen plus Staffelgeschoss eine zweigeschossige Reihenhaus-Anlage vorgesehen.

Ein Kompromiss? Keineswegs, sagt Werner Wellenrock und formuliert die Beschwerden der Anlieger. „Seit 35 Jahren gültiges Baurecht wird hier mit einem Riesenklotz ausgehebelt“, sagt der Mann, der pikanterweise Jahrzehnte im Bauamt der Stadt gearbeitet hat. „Die Interessen eines einzelnen Bauinvestors zählen offensichtlich mehr als unser Vertrauensschutz“, kritisiert Wellenbrock. Vor allem die Grundstücke im Schatten des Bauriegels seien jetzt von enormem Wertverlust betroffen.

Gegen die geschlossene Bebauung an der Saerbecker Straße sei nichts einzuwenden. „Das passt dorthin. Doch für den rückwärtigen Bereich gelte seit Anfang der 80er Jahre ein Bebauungsplan, der die Eingeschossigkeit vorschreibe. „Den kann man doch nicht einfach mit einem Vorhaben- und Entwicklungsplan aushebeln.“

Auch die Argumente aus dem Rathaus mag Wellenbrock nicht so recht nachvollziehen. „Man kann nicht alles mit Verdichtung und Nachverdichtung begründen.“

Die Verwaltung ficht der Ärger der Anlieger nicht an. Sie empfiehlt den Politikern, die inzwischen veränderte Bebauung auf den Weg zu bringen. In ihrer Empfehlung, die auch auf dem positiven Votum des Gestaltungsbeirates begründet ist, heißt es: „Die Verwaltung hält eine Anpassung des fast vierzig Jahre alten Planungsrechts für diesen Stadtraum für angemessen, um den heutigen Anforderungen an ein modernes und zeitgemäßes Wohnen zu entsprechen und im Sinne einer ressourcenschonenden Planung die Verdichtung des Innenbereiches zu fördern.“

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