US-Regisseur Promi-Geburtstag vom 12. Februar 2018: Darren Aronofsky

Seine Filme sind visuelles Abenteuer und emotionaler Höllenritt zugleich: Darren Aronofsky gehört sicherlich zu den einfallsreichsten Regisseuren in Hollywood.

Von dpa
Darren Aronofsky bei der Premiere von «mother!» in New York.
Darren Aronofsky bei der Premiere von «mother!» in New York. Foto: Nancy Kaszerman

Berlin (dpa) - Mutter hat Darren Aronofsky nicht glücklich gemacht: Bei geschätzten Produktionskosten von 30 Millionen Dollar kann der Filmemacher mit seinem Psychothriller «mother!» lediglich ein weltweites Einspielergebnis von rund 44 Millionen Dollar verbuchen.

Und dann ging auch noch nach etwas mehr als einem Jahr die Beziehung mit Jennifer Lawrence in die Brüche. Sie spielte die Hauptrolle in «mother!». Die mysteriöse Geschichte dreht sich um einen Dichter (Javier Bardem) und seine Frau (Jennifer Lawrence), deren zurückgezogene Existenz bei der Ankunft unbekannter Besucher aus den Fugen gerät.

Der Film, eine beklemmende Tour de Force und ein emotionaler Höllenritt, ist über weite Strecken stumm gedreht. «Das ist ein ziemlich starker Cocktail», sagte der US-Regisseur, der heute 49 Jahre alt wird, beim Filmfestival in Venedig. «Das ist eine Achterbahnfahrt - und es sollten nur diejenigen einsteigen, die bereit sind, einen Looping nach dem anderen mitzumachen.»

Nicht viele wollten dieses Ticket lösen, aber mit seinen exzentrischen Außenseitern hat es Darren Aronofsky seinem Publikum noch nie einfach gemacht. Bereits sein surreales Schwarz-Weiß-Debüt «Pi - System im Chaos» (1998), mit dem der Filmemacher schon sein überragendes visuelles Gespür unter Beweis stellte, gab den Takt vor. «Pi» ist eine bizarre Reise in die Psyche eines verschrobenen Mathematikers, der besessen ist von der Idee, dass sich im Chaos unserer Welt eine Ordnung verbirgt.

Das abgeschottet lebende Genie, das immer mehr in den Wahnsinn abdriftet, zieht damit die Aufmerksamkeit von zwei Interessengruppen auf sich. Zum einen ist da eine Wall-Street-Firma, der es gelingt, mit Max in Kontakt zu kommen, als sie ihm einen bislang nicht erhältlichen Superchip anbietet. Zum anderen gibt es chassidische Juden, Anhänger der Geheimlehre der Kabbala, die glauben, dass eine 216stellige Ziffernfolge, die Max' Rechner vor seinem finalen Absturz ausspuckt, die Lösung sei, die sie so lange gesucht haben.

Aus den schrägen Zutaten hat Aronofsky einen visuell spektakulären Thriller gemixt, bei dem offenkundig David Lynchs abgedrehte Tour de force «Eraserhead» Pate stand. Beklemmende Schwarz-Weiß-Bilder - mal rasend schnell, mal quälend statisch - vermitteln Max' fanatischen Drang, das Rätsel um das aller Existenz zugrundeliegende System zu lösen. Großes Kino und meilenweit vom Mainstream entfernt. 60.000 Dollar, die sich Aronofsky zusammengeliehen hat, hat dieses Meisterwerk gekostet.

Menschen am Rande der Gesellschaft, Menschen mit gefährlichen Obsessionen, in deren Psyche Aronofsky hineinkriecht, sollten auch weiterhin sein Universum bevölkern. Um Drogensüchtige geht es in «Requiem For A Dream» (2000), Mickey Rourke spielte in «The Wrestler» (2008) einen abgehalfterten Schaukämpfer und in «Black Swan» lässt Aronofsky Natalie Portman als besessene Ballerina um ihr Leben tanzen. Und auch der Bibel-Held Noah, der von Russell Crowe gespielt, ist solch ein Außenseiter.

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