Special Münster vs. Entenhausen – zwei Hauptstädte des Verbrechens?

Zugegeben: Münster und Entenhausen haben auf den ersten Blick nicht ganz so viel gemeinsam. Auf den zweiten aber schon. Und damit ist nicht so etwas wie das abgeschlossene Universum Münster gemeint. Mit seinen von vielen Bewohnern und Bewunderern gehassliebten Münster-Klischees wie den drölfzigtausend Studenten, den Fahrrädern und dem angeblich allumfassenden Katholizismus. Vielmehr geht es in diesem Artikel um das Verbrechen. Und da haben Münster und Entenhausen so einiges gemeinsam. Stichwort Mord und Totschlag, Schurken und Detektive, Micky Maus und Professor Karl-Friedrich Boerne.

Special : Münster vs. Entenhausen – zwei Hauptstädte des Verbrechens?
Foto: colourbox.de

Micky und der Hammermörder

Vergleicht man Entenhausen mit Münster, fällt beim Thema Verbrechen allerdings auch gleich ein Unterschied auf. Bei den deutschen Fernsehserien wie „Wilsberg“ sowie dem „Münster-Tatort“ um Pat und Patachon bzw. Boerne und Thiel ist die Varianz der Schurken, Mörder und Totschläger wesentlich größer als in Entenhausen. Auch die Art der Verbrechen ist – auf Grund der Zielgruppe und der Sendezeit – im Fernsehen wesentlich heftiger. Micky Maus hat noch nie in einem Mordfall ermittelt. Wie will man Kindern von 6 bis 99 auch Hammermörder, abgetrennte Füße oder einen heimtückisch ermordeten Roland Kaiser erklären.

Verbrechen lohnt sich nicht!

In Entenhausen heißen die Verbrechen und Delikte daher kindgerechter Raub, Diebstahl oder Banküberfall. Und statt lange und groß zu ermitteln, wer als Verdächtiger in Frage kommt, können Micky Maus oder Donald Duck mitsamt seinen Neffen sowie Onkel Dagobert eigentlich immer eine lange Liste bekannter Schurken abarbeiten. Die eifrigsten Bösewichte heißen hier „Die Panzerknacker“ oder „Kater Karlo“. Aber auch eine Femme Fatale mit Hang zum Magischen wie Gundel Gaukeley ist stets verdächtig. Und dann gibt es ja noch geheimnisvolle Täter wie das „Schwarze Phantom“, das zudem auf den letzten Metern meist entkommt. Das ist eine absolute Ausnahme sowohl in Entenhausen wie in Münster, denn in beiden Städten gilt: „Verbrechen lohnt sich nicht!“ Anders gesagt: Die Täter landen im Kittchen.      

Die Ermittler

Von der Statur her entspricht Axel Prahl vielleicht eher Kater Karlo, aber beruflich arbeiten Prahls Kommissar Thiel und der Schurke auf verschiedenen Seiten. Axel Prahl wäre, übertragen auf Entenhausen also eher Micky Maus, wenn Micky Maus ein St. Pauli-T-Shirt sowie eine abgeranzte beigefarbene Jacke tragen würde. Beide Ermittler sind ziemlich genial und haben zudem auch passende Sidekicks: Nervt Thiel in jeder Folge sein doch recht klugscheißerischer Professor Boerne, so sorgt Goofy öfters mal für Verzögerungen bei der Aufklärung von Kriminalfällen. Boerne wiederum entspricht aus dem Entenhausener Universum am ehesten Daniel Düsentrieb, der geniale Wissenschaftler – auch wenn dieser Vogel wesentlich weniger selbstverliebt ist als sein menschliches Pendant.

Eine 100-prozentige Aufklärungsquote

Trotz allem Chaos, das für die Zuschauer und Leser immer höchst unterhaltsam inszeniert ist, ist die Aufklärungsquote der Detektive bzw. Polizisten mit 100 % erfolgreich gelösten Fällen mehr als beeindruckend. Insofern sind Entenhausen und Münster der Traum jedes Verbrechensbekämpfers. In beiden Orten ist es zwar nicht allzu sicher, aber immerhin waltet am Ende die Gerechtigkeit.

30 Fälle hat das Tatort-Team bisher aufgeklärt, der Antiquar-Detektiv Wilsberg sogar schon 51 Mal ermittelt. Alleine fast 500 Ausgaben des Lustigen Taschenbuchs sind bis heute schon erschienen – von diversen Sonderausgaben, Micky-Maus-Magazinen u. a. ganz zu schweigen – und in jedem einzelnen war mindestens ein Verbrechen zu lösen. Die Schurken, Gauner und Bösewichte sterben nicht aus und bleiben stets aktiv, wie auch der neueste Ziegelsteinband " Entenhausens Most Wanted. Schwere Jungs und leichte Beute " von Egmont Ehapa beweist. Und auch hier gibt es wieder eine Verbindung zum von Jan Josef Liefers verkörperten Professor und Pathologen Boerne, stammt doch das Vorwort vom bekannten Entenhausen-Fan und Kriminalbiologen Mark Benecke . Was nur wieder beweist: Entenhausen ist überall.    

http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4351567?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686138%2F2686293%2F2686477%2F