Digitales Die Zukunft des Online-Shoppings

Erst Anfang September wurden im Zuge einer Verbraucherbefragung des Deutschen Instituts für Service-Qualität und dem Fernsehsender n-tv zum zweiten Mal in Folge die besten Online-Shops Deutschlands gekürt. Unter den Preisträgern waren unter anderem auch Größen wie Saturn oder Conrad, die mit ihren Shopping-Webseiten das seit Jahrzehnten bestehende Filialnetz erweitern. Auch sonst hat sich in den letzten Jahren viel getan in Sachen Online-Einkauf. Für fast jedes Produkt gibt es eine Vielzahl an Anbietern, Bezahlsysteme wurden perfektioniert und der Bestellvorgang damit um einiges sicherer gemacht. Zudem wurden die meisten Shops mittlerweile auch mobil aufgerüstet. Wie sieht die Zukunft des Online-Handels aus?

Digitales : Die Zukunft des Online-Shoppings
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Nicht alle Warengruppen zukunftsträchtig im digitalen Markt

Die Umsätze im E-Commerce wachsen seit 1999 kontinuierlich. Zunächst wurde ausschließlich online geshoppt, in den letzten Jahren jedoch vermehrt auch über mobile Endgeräte. Dabei wird in den Statistiken jedoch meist von einem Gesamtbild ausgegangen, denn nicht alle Warengruppen sind gleichermaßen erfolgreich. Manuel Jahn, der im Consulting bei GfK Geomarketing arbeitet,  behauptete Anfang des Jahres , dass die Zukunft des Handels vor allem vor Ort stattfinden wird. Dabei berief er sich auf Statistiken und Prognosen, die von einer Marktsättigung bis zum Jahr 2021 ausgehen, wenn sich das Wachstum pro Jahr bei knapp 3,5 % einpendelt. Insgesamt wird der Anteil an online gekaufter Ware zwar um 6,5 % bis zum Jahr 2025 wachsen, dabei gibt es jedoch wie bereits erwähnt artikelspezifische Differenzen. Dinge wie Kleidung oder Drogeriewaren werden dann nach wie vor stark gefragt sein und der Bereich Lebensmittel sogar steigen. Bücher oder Elektroartikel allerdings, die über den Online-Verkauf bisher sehr erfolgreich liefen, werden voraussichtlich rückläufig sein.

Vom traditionellen in den Online-Handel und vice versa?

Während Händler wie Saturn, Media Markt oder H&M bereits vor Jahren zusätzlich zum stationären Handel den Weg in den Online-Handel gegangen sind, haben Online-Riesen wie Zalando oder Amazon zukünftig genau das Gegenteil vor: Sie wollen vermehrt in den stationären Handel investieren. Während Amazon bereits Anfang 2016 angekündigt hat, 400 Buchhandlungen eröffnen zu wollen , verfolgt Zalando eine andere Taktik. Der Versandriese besitzt zwar bereits einen eigenen Outlet in Berlin, möchte nun jedoch mit dem Geschäft Bodycheck im gelegenen Shoppingcenters Alexa am Alexanderplatz kooperieren . Die Kooperation ist dabei von beiderseitigem Nutzen: Zalando profitiert von innerstädtischen Lagerflächen und schnelleren Lieferzeiten der bei Bodycheck über den Versandriesen erhältlichen Waren, während Bodycheck von der Bekanntheit und Beliebtheit Zalandos profitiert. Eine Art der Verschmelzung von On- und Offline beweist seit Jahren auch das Bekleidungsgeschäft Zara. Kunden können online Waren bestellen, die versandkostenfrei in die Filiale der Wahl geliefert werden. Ein ähnliches Angebot haben zum Beispiel auch Galeria Kaufhof oder C&A.

Verschmelzung ist Zukunft

Während der stationäre Handel oft fast die gesamte Produktpalette auch online anbietet , versuchen nun auch immer mehr Online-Händler, stationär Fuß zu fassen. Die Zukunft des Online-Handels ist eine Verschmelzung aller Kanäle, die es dem Kunden erlaubt, so bequem wie möglich einzukaufen und dabei die Vorteile beider Vertriebsarten zu genießen. Oft begeben sich Verbraucher auf Informationssuche im Internet, bevor sie dann den Weg ins Geschäft anstreben oder aber gleich online einkaufen. Das gilt nicht nur die Seiten großer Unternehmen – auch kleinere und mittlere Unternehmen können von diesem Trend profitieren. Wer zum Beispiel einen Laden besitzt und bisher noch nicht online gegangen ist, kann dies mit entsprechenden Paketen von Hosting-Anbietern schnell und einfach in die Tat umsetzen.

Solange der stationäre Einzelhandel die Chancen des Online-Handels gekonnt nutzt und Online-Händler passende Wege finden, um teure Versandkosten und lange Lieferzeiten zu drücken, haben beide Branchen eine (gemeinsame) Zukunft. Dieser Trend, auch Multi-Channeling genannt, erfordert eine gute Zusammenarbeit beider Parteien, sichert im Endeffekt jedoch auch deren beider "Überleben" auf dem hart umkämpften Markt.

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